Zu kleiner Verein? Zu kleine Mannschaft?

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  • numakukn

    #1

    Zu kleiner Verein? Zu kleine Mannschaft?

    Hallo zusammen,



    ich könnte mal gut die Meinung Anderer gebrauchen:



    Mein Sohnemann (11) spielt Knaben in der 2. Verbandsliga. Alle Spieler
    der letzten Saison sind zu den Junioren aufgerückt, d.h., dass alle Spieler
    "neu" in der Verbandsliga spielen. ZZ sind 3 Knaben da, die leistungsmässig
    in die 2. Verband passen. Den 4. müssen sie sich aus der Knaben 2 und
    3 "leihen".

    Im nächsten Jahr geht einer der drei zu den Junioren: Es bleiben nur noch
    2 Elfjährige (die dann 12 sind) und noch 3 Jahre Knaben spielen. Da sie
    jetzt schon in die 2. Verband passen dürften sie dann möglicherweise in
    der Lage sein noch höher zu spielen.

    Es ist aber "unten", d.h. bei den 9 und 10-jährigen nix erfolgversprechendes
    zu erwarten.

    Der Verein hat rund 420 Mitglieder, davon rund 80 Kinder/Jugendliche.



    Nu kommts: Auf den Bezirksmeisterschaften letzes Wochenende erschien ein
    Knabe (11), der in den letzten 2 Jahren nie in Erscheinung getreten ist
    und recht gut Tennis spielt. Es stellte sich schnell heraus, dass er wegen
    seines Vaters, der sich wohl auf dem Platz kräftig daneben benommen hat,
    2 Jahre gesperrt war. In dem Verein, in dem er spielt, gibt es wohl keine
    spielstärkeren Knaben.

    Unser Trainer war ebenfalls auf den Bezirksmeisterschaften anwesend ....
    und hat dem Knaben bzw. seinem Vater ein Probetraining bei unseren Knaben
    angeboten, was wohl auch stattfinden wird.

    Obwohl eine Verstärkung der Mannschaft wünschens wäre machen mich einige
    Punkte nachdenklich:



    1. Für den Neuen würde unser Verein einiges an Fahrerei bedeuten. Das
    stellt hohe Anforderungen an Selbstdisziplin und Zuverlässigkeit. Klappt
    sowas bei einem 11-jährigen bzw. dessen Eltern?



    2. Vielleicht will er lediglich in der Mannschaft mitspielen ohne mit
    zu trainieren. Kann sowas gutgehn?



    3. Was macht man, wenn der Vater wirklich ein Stinkstiefel ist und sich
    nicht an Regeln (Beratungsverbot....) hält? Das gibt doch Unfrieden und
    schmälert den Ruf des ganzen Vereines.



    4. Stimmt das überhaupt, dass ein Kind wegen der Eltern gesperrt werden
    kann? Oder kann nur der gesperrt werden, der auch das Vergehen begangen
    hat?



    5. Macht das überhaupt Sinn, in einem Verein mit 420 Mitgliedern bei den
    Knaben/Junioren dauerhaft eine Spielklasse in oder über der 2. Verbandsliga
    anzuvisieren? In welcher Liga spielen Eure Knaben/Junioren und wie groß
    ist der Verein?



    Bin gespannt auf Meinungen und Ansichten.



    Numakukn
  • björn
    Me breaks the hat string
    • 21.01.2003
    • 2713

    #2
    Zu 1. und 2. kann ich nur sagen: Das finde ich für einen 11-jährigen nicht
    überwiegend unnormal. Wobei es da doch meist auf das Engagement der Eltern
    ankommt - beim Fahren. Spielen muss das Kind schon selber wollen. Und
    all das kann man doch bestimmt vorher im Gespräch mit Eltern und Kind
    abklären. Ich bin auch mit 12 zu einem anderen Verein im Bezirk, was durch
    die höhere Spielklasse auch mit einem vergleichsweise hohen (Fahr-)Aufwand
    meiner Eltern verbunden war.



    Zu 5.

    Unsere Jugendarbeit lahmt. Allerdings auch aufgrund des mangelnden Engagements
    der Jugendlichen und v.a. Eltern. Wir haben inzwischen keine (!) Jugendmannschaft
    mehr, bei einer Abteilung von 200 Mitgliedern.

    Hört sich jetzt vielleicht komisch an, aber: Immer weniger (gute) Tennisspieler
    haben bei uns Kinder im Tennisalter... Will sagen: Fast kein Kind, welches
    bei uns spielt hat auch Eltern im Tennisverein. Da minimiert sich das
    Engagement der Eltern sofort, wenn sie kein Verständnis für den Sport
    mitbringen. Diese "Laufbahnen" sind meist nach 3-4 Jahren beendet, ohne
    jemals für eine Mannschaft gemeldet gewesen zu sein.

    Schade. Schade auch deswegen, dass es nach unserem Übertritt in die Herren
    30 keine Herrenmannschaft mehr gibt...

    Kommentar

    • YBCO

      #3
      Ich sehe das Grundsätzlich anders als Björn.

      Ich begleite das Tennisspielen meiner Kinder mittlerweile seit ca. 12
      bzw. 7 Jahren. Ich selbst spiele erst wesentlich kürzer und meine Frau
      gar kein Tennis. Trotzdem haben wir unsere Kinder immer unterstützt (Fahrten
      zu den Verbandsspielen, Turnieren, Wintertraining u.s.w.). In beiden Mannschaften
      der Kinder sind bzw. waren nicht mehr als 50% der Eltern selbst aktive
      Tennisspieler/innen. Trotz der wenig qualifizierten Eltern unterstützen
      beide heute die 1. Herren bzw. 1. Damen.

      Zu 2. Björn schreibt das Training wäre nicht so wichtig. Erstens kann
      sich so nur schwer ein Mannschaftsgefühl einstellen und zweitens, selbst
      wenn er/sie ausschließlich zum Training gefahren würde, stagniert die
      Entwicklung, wenn aufgrund der weiten Entfernung keine Spiele aus Eigeninitiative
      stattfinden können. Es ist schon wesentlich besser, wenn die Kinder sich
      auch spontan und ohne Hilfe der Eltern zu einem Spielchen treffen können.
      Aber es gibt auch immer wieder Jugendliche ( bei meiner Tochter in der
      Mannschaft sogar zwei), die trotz der geringen Platzpräsents sich voll
      für ihren Sport einsetzen. Aber gänzlich ohne gemeinsames Training kann
      ich mir das nur schwer vorstellen.

      Zu 3. kann ich glücklicherweise nichts sagen, da die Eltern bei uns gut
      harmonieren bzw. harmonierten.

      Zu 5. Der Verein hat 350 Mitglieder und die Kinder spielten/spielen immer
      in der Verbands- bzw. mein Sohn auch 1 Jahr in der Verbandsoberliga (höchste
      Jugend-Klasse in Berlin-Brandenburg). Anstreben sollte man doch immer
      die höchste Klasse, nur verbissen sollte man es nicht verfolgen.

      Kommentar

      • MagicMat

        #4
        2. Vielleicht will er lediglich in der Mannschaft mitspielen ohne mit
        zu trainieren. Kann sowas gutgehn?




        So was ist durch aus nicht unüblich. Vor allem da ja die Vereine immer
        kleiner werden und wenige gute Spieler sich auf viele Vereine verteilen.
        Da ist eine Art Kooperation, selbst wenn es nur auf Mannschaftsspielebene
        und vielleicht 1-2 Training in der Woche beschränkt ist, sicherlich nicht
        verkehrt.

        Kommentar

        • björn
          Me breaks the hat string
          • 21.01.2003
          • 2713

          #5
          @Uwe



          Was das Training angeht, da gebe ich Dir recht. Habe mich falsch ausgedrückt.
          Ohne Fleiß kein Preis. Und kein Mannschaftsgefüge.



          Was die Unterstützung angeht, so finde ich das super, was bei Euch läuft.
          Ich kann ja auch nur von uns berichten, wo es einfach so ist, dass die
          Eltern nach ein paar Jahren jegliches Engagement verlieren, vielleicht
          auch weil die Kinder selber zu wenig Eifer außerhalb des Trainings zeigen.


          Ich klinge jetzt wie mein Großvater, aber: "früher" (in meinem Fall vor
          ca. 15-20 Jahren) war in der Freizeit einfach Tennis angesagt. Und zwar
          in der ganzen Familie. Und den anderen Familien auch. Das erleichtert
          Aufsichtspflicht etc.... Ganze Wochenenden wurde Tennis gespielt. Ich
          habe in den letzten zwei Jahren noch keinen (!!!!!!!) einzigen Jugendlichen
          außerhalb der 1 Stunde Gruppentraining im freien Spiel auf der Anlage
          gesehen. Und die Eltern bestätigen das.

          Kommentar

          • björn
            Me breaks the hat string
            • 21.01.2003
            • 2713

            #6
            @Magic



            Wir hatten in der Jugend auch mal so ne Kooperation. Das ging eigentlich
            auch fast gut. Allerdings mit dem langfristigen "Erfolg", dass die heutigen
            Damen zu ebenjenem anderen Verein gewechselt sind und inzwischen auch
            dort trainieren......

            Kommentar

            • MagicMat

              #7
              @björn

              Ok, aber das ist normal solange bestimmte Gegebenheiten (wie zu lange
              Anfahrt) nicht dagegensprechen. Es ist halt immer so, dass Vereine mit
              guten Mannschaften auch gute Spieler anziehen.

              Kommentar

              • björn
                Me breaks the hat string
                • 21.01.2003
                • 2713

                #8
                @Magic



                Ist klar, und so soll es ja auch eigentlich sein im Sinne der stetigen
                persönlichen Weiterentwicklung, auch wenn es in diesem speziellen Fall
                mehr um geschlossene Freundschaften als um eine gute Mannschaft ging.......

                Kommentar

                • badnix

                  #9
                  "wir" sind zwei kleinere Vereine mit jeweils etwas über 150 Mitgliedern
                  und standen jeweils vor dem Problem der zu kleinen Mannschaften.



                  Zwischenzeitlich gibt es wieder 3 (gemeinsame) Herren-, 1 Damen 40 und
                  3 Jugendmannschaften. Künftig wohl auch 30er und 40er Herren, lediglich
                  bei den Herren 50/55 sind noch ausreichend Aktive für gesamt 3 Mannschaften
                  vorhanden.



                  Seit dem "Zusammenschluß" sieht man auch wieder Jugendliche außerhalb
                  des offiziellen Trainings auf den Anlagen, eine gewisse "Menge" scheint
                  also notwendig, um Zug in die Sache zu bringen.

                  Kommentar

                  • tenniscorner.de

                    #10
                    Also ich kann nur sagen, dass es bei uns in Sachen Jugend unglaublich
                    zu geht. Wir haben sechs Plaätze und die sind ab 13 Uhr immer voll!!!
                    Wir haben soviele Kinder und Jgendliche, dass sich die älteren Generation
                    schon beschweren, da sie nichtoft genug auf den Platz kommen, sodass jetzt
                    ne neue Reglung eingeführt wurde: Kinder nur noch bis 18 Uhr! Es ist echt
                    unglaublich...von den 14-18 jährigen (zu den gehör ich auch) spielen fast
                    alle jeden Tag 1-4 Stunden!!! Die kleineren Spielen auch fast jeden Tag.
                    Bei hundert Jugendlichen sind die sechs Plätze schnell voll! Es ist einfach
                    eine geniale Atmosphäre am Platz.



                    Nachteil! Für Spieler wie mich, die auf Leistungssport plädieren und nach
                    oben wollen, ist der Verein zu >voll< wenn ihr versteht was ich meine!?
                    D.h. das der Verein, weil es ja soviele gibt, nicht wirklich einzelne
                    ! Leute födert. Der verein setzt mehr auf Breitensport.

                    Kommentar

                    • björn
                      Me breaks the hat string
                      • 21.01.2003
                      • 2713

                      #11
                      @tenniscorner.de



                      So war es bei uns früher auch *seufz*. Aus diesen Zeiten rührt das Spiel"verbot"
                      für Jugendliche ab 16 Uhr.... Könnte man getrost wieder abschaffen.

                      Abgesehen davon definiert sich ein "normaler" Verein meiner Ansicht nach
                      als Basis für den Breitensport. Einzelne, die in die Leistungsebenen wollen,
                      sollten auch selbst dafür etwas tun. Und sei es nur mehr Trainerstunden,
                      Wechsel in leistungsorientertere Vereine. Training in Fördergruppen oder
                      Leistungszentren. Möglichkeiten dafür gibts ja genug. Der Verein steht
                      ja nicht zwangsläufig in der Pflicht, einzelne Talente zu Stars auszubilden.

                      Kommentar

                      • tenniscorner.de

                        #12
                        Da geb ich dir recht, aber voher soll ich das Geld nehmen. Geh schon arbeiten,
                        aber das ist dann auch nicht genug.

                        Kommentar

                        • numakukn

                          #13
                          ....könnte bestimmt einen eigenen Thread füllen.

                          Würde mich schon interessieren, wer wieviel für Training im Verein/Bezirk/Verband
                          ausgibt bzw. ausgeben muss.

                          Angeblich haben wir hier (Mittelrhein, Rechtsrheinisch) das teuerste Bezirkstraining
                          der ganzen Bundesrepublik.



                          Unser Verein fördert ganz ordentlich im Jugendbereich.

                          Sohnemanns früherer Verein tat da gar nichts. Resultat: Grausame Alterspyramide,
                          der Verein stirbt. Hier scheint es nach den Gesetzen der Evolution zu
                          gehen: Wer nichts für Morgen tut wird untergehen und der Letzte macht
                          das Licht aus. Intensiv gelebter Egoismus der Älteren/Alten stellt die
                          Zukunft des Vereins in Frage.



                          @Björn "Der Verein steht ja nicht zwangsläufig in der Pflicht, einzelne
                          Talente zu Stars auzubilden.":

                          Das stimmt natürlich, aber unter Berücksichtigung des oben geschriebenen:
                          Ein "gesunder" Verein sollte schon eine gewisse Wirkung als Magnet haben.
                          Sportliche Erfolge haben eine solche "magnetische" Wirkung: Der Verein
                          ist bekannt, taucht vielleicht regelmäßig in der Presse auf.....

                          Wird jetzt noch eine ordentliche Jugendarbeit gemacht, hat dieser Verein
                          eine wesentlich bessere Zukunft als der Verein, dessen Jugendarbeit sich
                          darauf beschränkt, der Jugend teures Training und Spielverbot ab 16 Uhr
                          zu bieten.



                          Unser Verein macht das recht ordentlich: Die in der höchsten Knaben/Mädchen/Junioren/Juniorinnen-Mannscha
                          ft spielenden Kinder/Jugendlichen erhalten Zuschüsse zum Training.



                          Grüße

                          Numakukn

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