Profitraining was wäre möglich??

Einklappen
X
 
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge
  • Spindoctor
    Postmaster
    • 08.07.2010
    • 147

    #31
    Sehr interessante Diskussion. Ich gehöre zu denen, die meinen, dass es für einen Zwanzigjährigen zu spät ist, um das Projekt „Profi-Laufbahn“ zu starten. Seine Altersgenossen, die 10-15 Jahre früher angefangen haben, sind im Besitz eines zu großen Vorsprungs. Wissenschaftler sprechen davon, dass durchschnittlich 10,000 Stunden intensives Training notwendig sind, um ein solch hohes Maß an Kompetenz zu erlangen, das nötig ist, um ein Profi auf seinem Gebiet zu werden – egal, ob es sich um Komponisten, Basketballer, oder Tennisspieler handelt.

    Malcolm Gladwell erzählt in seinem Bestseller „Überflieger“ von einer Studie, in der Violinisten einer Hochschule in 3 Gruppen eingeteilt wurden: Sehr gute Spieler, die das Potenzial zu Weltklasseformat hatten, gute Violinisten und mäßige, die vermutlich eher als Musiklehrer enden würden. Allen Studenten wurde dieselbe Frage gestellt: Von dem Tag, an dem Sie das erste Mal eine Geige in die Hand nahmen, bis zum heutigen Tag – wie viele Stunden haben Sie in dieser Zeit insgesamt etwa geübt?

    Alle Befragten hatten etwa im gleichen Alter begonnen, nämlich mit 5 Jahren. Am Anfang übten alle in etwa die gleiche Zeit – 2 bis 3 Stunden in der Woche. Mit 8 Jahren ergaben sich erste Unterschiede: Jene Studenten, die heute zu den Besten zählten, übten intensiver als alle anderen. Sie spielten 6 Stunden, später 12 und 14 Stunden und steigerten sich solange, bis sie im Alter von 20 Jahren etwa 30 Stunden pro Woche übten. Mit 20 Jahren hatten die Besten Violinisten rund 10,000 Stunden geübt, die guten kamen auf durchschnittlich 8,000 Stunden, die künftigen Musiklehrer schafften hingegen nur 4,000 Stunden.

    Das Besondere: Es fanden sich keine Naturtalente, die es mit weniger als 10,000 Stunden zu Exzellenz gebracht hätten. Und es gab auch keine „Arbeiter“, die mehr als 10,000 Stunden geübt hätten, ohne herausragende Fähigkeiten zu erlangen. Gladwell legt den Schluss nahe, dass die Besten sich von den Mäßigen lediglich darin unterscheiden, wie viel sie arbeiten.

    Wie viel sind 10,000 Stunden? In etwa 4 Stunden pro Tag, 5 Tage die Woche, 10 Jahre lang. Da bei Tennisspielern die Regenerationsphasen nicht übergangen werden dürfen, ist es also unmöglich, in weniger als 10 Jahren Weltklasse-Format zu erreichen. Natürlich heißt das nicht, dass man nur lange genug Bälle schlagen muss, um vom Tennisspielen leben zu können. Die Frage danach WAS und WIE ich trainiere, ist nicht minder wichtig. Hier kommen die Rahmenbedingungen ins Spiel.

    Hat jemand das Glück, in einem der besten Stützpunkte des Landes mit den besten Trainern und Trainingspartnern üben zu können, ist das ein Vorteil gegenüber einem gleichermaßen talentierten Spieler, der diese Chance nicht hat. Dieser zunächst kleine Vorteil eröffnet ihm jedoch die Möglichkeit, den Abstand weiter zu vergrößern. Wenn er älter ist, spielt er dank des besseren Trainings und der zusätzlichen Spielpraxis tatsächlich besser. Damit erhält er wiederum neue Möglichkeiten, die den Abstand weiter vergrößern. So geht es immer weiter.

    Man spricht in diesem Zusammenhang vom „Matthäus-Effekt“, der besagt: „Denn wer hat, dem wird gegeben werden, und er wird in Fülle haben; wer aber nicht hat, dem wird auch, was er hat, genommen werden.“ Das heißt: Diejenigen, die das beste Training und die meiste Spielpraxis haben, bekommen mit großer Wahrscheinlichkeit weitere Möglichkeiten, die ihnen neue Erfolge verschaffen.

    Zusammenfassend kann man sagen, dass es weniger auf das Talent ankommt, als vielmehr auf die glückliche Verkettung von Umständen und harte Arbeit. Natürlich muss man bestimmte Fähigkeiten mitbringen, um als Tennisspieler erfolgreich sein zu können. Allerdings wird niemand als Überflieger geboren. Entscheidend ist die Aufopferungsbereitschaft und der Zufall. Da Profispieler ihre Blüte meist vor dem 30sten Lebensjahr erreichen, wäre die Zeit für einen heute 20-jährigen selbst unter den besten Trainingsbedingungen mMn zu kurz, um ein solch hohes Niveau zu erreichen, das ihm gestatten würde, vom Tennisspielen zu leben.
    Zuletzt geändert von Spindoctor; 05.11.2010, 20:30.

    Kommentar

    • Benedikt

      #32
      Spindoctor, gib doch einfach mal preis, was du für einen Background hast, oder ob du fleißig bei google nachschaust.Kann doch nicht so schwer sein, wenn von dir nichts mehr kommt, dann nehme ich nichts mehr ernst was von dir kommt

      Kommentar

      • Decky
        Forenjunky
        • 01.04.2009
        • 2000

        #33
        Zitat von RumsDi
        Ich weiß gar nicht ,was ihr fuer schuetzlinge habt. Ich bin weit entfernt von einem Profi,aber im Sommer Spiele ich jeden Tag.manchmal 2mal und ich habe nie Probleme mit blasen Falsche griffstaerke/griffband?
        Meiner ist Jung-Vollprofi, und seine Hornhaut an den Händen und Füße muss erst mal einer antreniern.
        Bene´s 100000 Stunden von klein auf kommen etwar hin.
        Der arme 20 Jährige
        Tennis Profi ist Leidenschaft

        Kommentar

        • Decky
          Forenjunky
          • 01.04.2009
          • 2000

          #34
          1a

          Zitat von Spindoctor
          Sehr interessante Diskussion. Ich gehöre zu denen, die meinen, dass es für einen Zwanzigjährigen zu spät ist, um das Projekt „Profi-Laufbahn“ zu starten. Seine Altersgenossen, die 10-15 Jahre früher angefangen haben, sind im Besitz eines zu großen Vorsprungs. Wissenschaftler sprechen davon, dass durchschnittlich 10,000 Stunden intensives Training notwendig sind, um ein solch hohes Maß an Kompetenz zu erlangen, das nötig ist, um ein Profi auf seinem Gebiet zu werden – egal, ob es sich um Komponisten, Basketballer, oder Tennisspieler handelt.

          Malcolm Gladwell erzählt in seinem Bestseller „Überflieger“ von einer Studie, in der Violinisten einer Hochschule in 3 Gruppen eingeteilt wurden: Sehr gute Spieler, die das Potenzial zu Weltklasseformat hatten, gute Violinisten und mäßige, die vermutlich eher als Musiklehrer enden würden. Allen Studenten wurde dieselbe Frage gestellt: Von dem Tag, an dem Sie das erste Mal eine Geige in die Hand nahmen, bis zum heutigen Tag – wie viele Stunden haben Sie in dieser Zeit insgesamt etwa geübt?

          Alle Befragten hatten etwa im gleichen Alter begonnen, nämlich mit 5 Jahren. Am Anfang übten alle in etwa die gleiche Zeit – 2 bis 3 Stunden in der Woche. Mit 8 Jahren ergaben sich erste Unterschiede: Jene Studenten, die heute zu den Besten zählten, übten intensiver als alle anderen. Sie spielten 6 Stunden, später 12 und 14 Stunden und steigerten sich solange, bis sie im Alter von 20 Jahren etwa 30 Stunden pro Woche übten. Mit 20 Jahren hatten die Besten Violinisten rund 10,000 Stunden geübt, die guten kamen auf durchschnittlich 8,000 Stunden, die künftigen Musiklehrer schafften hingegen nur 4,000 Stunden.

          Das Besondere: Es fanden sich keine Naturtalente, die es mit weniger als 10,000 Stunden zu Exzellenz gebracht hätten. Und es gab auch keine „Arbeiter“, die mehr als 10,000 Stunden geübt hätten, ohne herausragende Fähigkeiten zu erlangen. Gladwell legt den Schluss nahe, dass die Besten sich von den Mäßigen lediglich darin unterscheiden, wie viel sie arbeiten.

          Wie viel sind 10,000 Stunden? In etwa 4 Stunden pro Tag, 5 Tage die Woche, 10 Jahre lang. Da bei Tennisspielern die Regenerationsphasen nicht übergangen werden dürfen, ist es also unmöglich, in weniger als 10 Jahren Weltklasse-Format zu erreichen. Natürlich heißt das nicht, dass man nur lange genug Bälle schlagen muss, um vom Tennisspielen leben zu können. Die Frage danach WAS und WIE ich trainiere, ist nicht minder wichtig. Hier kommen die Rahmenbedingungen ins Spiel.

          Hat jemand das Glück, in einem der besten Stützpunkte des Landes mit den besten Trainern und Trainingspartnern üben zu können, ist das ein Vorteil gegenüber einem gleichermaßen talentierten Spieler, der diese Chance nicht hat. Dieser zunächst kleine Vorteil eröffnet ihm jedoch die Möglichkeit, den Abstand weiter zu vergrößern. Wenn er älter ist, spielt er dank des besseren Trainings und der zusätzlichen Spielpraxis tatsächlich besser. Damit erhält er wiederum neue Möglichkeiten, die den Abstand weiter vergrößern. So geht es immer weiter.

          Man spricht in diesem Zusammenhang vom „Matthäus-Effekt“, der besagt: „Denn wer hat, dem wird gegeben werden, und er wird in Fülle haben; wer aber nicht hat, dem wird auch, was er hat, genommen werden.“ Das heißt: Diejenigen, die das beste Training und die meiste Spielpraxis haben, bekommen mit großer Wahrscheinlichkeit weitere Möglichkeiten, die ihnen neue Erfolge verschaffen.

          Zusammenfassend kann man sagen, dass es weniger auf das Talent ankommt, als vielmehr auf die glückliche Verkettung von Umständen und harte Arbeit. Natürlich muss man bestimmte Fähigkeiten mitbringen, um als Tennisspieler erfolgreich sein zu können. Allerdings wird niemand als Überflieger geboren. Entscheidend ist die Aufopferungsbereitschaft und der Zufall. Da Profispieler ihre Blüte meist vor dem 30sten Lebensjahr erreichen, wäre die Zeit für einen heute 20-jährigen selbst unter den besten Trainingsbedingungen mMn zu kurz, um ein solch hohes Niveau zu erreichen, das ihm gestatten würde, vom Tennisspielen zu leben.
          Tennis Profi ist Leidenschaft

          Kommentar

          • RumsDi
            Veteran
            • 27.03.2010
            • 1525

            #35
            Zitat von Decky
            Meiner ist Jung-Vollprofi, und seine Hornhaut an den Händen und Füße muss erst mal einer antreniern.
            Bene´s 100000 Stunden von klein auf kommen etwar hin.
            Der arme 20 Jährige
            Die Hornhaut habe ich auch. Ich frag mich bloß, wie der Spieler aus Serbien voher trainiert hat... Da lief dann wohhl was schief. aber das jetzt schon zu offtopic...
            Favorite Player: Fernando Verdasco
            "Play Hard, Go Pro!"

            Kommentar

            • MrStylo

              #36
              Zitat von Spindoctor
              Sehr interessante Diskussion. Ich gehöre zu denen, die meinen, dass es für einen Zwanzigjährigen zu spät ist, um das Projekt „Profi-Laufbahn“ zu starten. Seine Altersgenossen, die 10-15 Jahre früher angefangen haben, sind im Besitz eines zu großen Vorsprungs. Wissenschaftler sprechen davon, dass durchschnittlich 10,000 Stunden intensives Training notwendig sind, um ein solch hohes Maß an Kompetenz zu erlangen, das nötig ist, um ein Profi auf seinem Gebiet zu werden – egal, ob es sich um Komponisten, Basketballer, oder Tennisspieler handelt.

              Malcolm Gladwell erzählt in seinem Bestseller „Überflieger“ von einer Studie, in der Violinisten einer Hochschule in 3 Gruppen eingeteilt wurden: Sehr gute Spieler, die das Potenzial zu Weltklasseformat hatten, gute Violinisten und mäßige, die vermutlich eher als Musiklehrer enden würden. Allen Studenten wurde dieselbe Frage gestellt: Von dem Tag, an dem Sie das erste Mal eine Geige in die Hand nahmen, bis zum heutigen Tag – wie viele Stunden haben Sie in dieser Zeit insgesamt etwa geübt?

              Alle Befragten hatten etwa im gleichen Alter begonnen, nämlich mit 5 Jahren. Am Anfang übten alle in etwa die gleiche Zeit – 2 bis 3 Stunden in der Woche. Mit 8 Jahren ergaben sich erste Unterschiede: Jene Studenten, die heute zu den Besten zählten, übten intensiver als alle anderen. Sie spielten 6 Stunden, später 12 und 14 Stunden und steigerten sich solange, bis sie im Alter von 20 Jahren etwa 30 Stunden pro Woche übten. Mit 20 Jahren hatten die Besten Violinisten rund 10,000 Stunden geübt, die guten kamen auf durchschnittlich 8,000 Stunden, die künftigen Musiklehrer schafften hingegen nur 4,000 Stunden.

              Das Besondere: Es fanden sich keine Naturtalente, die es mit weniger als 10,000 Stunden zu Exzellenz gebracht hätten. Und es gab auch keine „Arbeiter“, die mehr als 10,000 Stunden geübt hätten, ohne herausragende Fähigkeiten zu erlangen. Gladwell legt den Schluss nahe, dass die Besten sich von den Mäßigen lediglich darin unterscheiden, wie viel sie arbeiten.

              Wie viel sind 10,000 Stunden? In etwa 4 Stunden pro Tag, 5 Tage die Woche, 10 Jahre lang. Da bei Tennisspielern die Regenerationsphasen nicht übergangen werden dürfen, ist es also unmöglich, in weniger als 10 Jahren Weltklasse-Format zu erreichen. Natürlich heißt das nicht, dass man nur lange genug Bälle schlagen muss, um vom Tennisspielen leben zu können. Die Frage danach WAS und WIE ich trainiere, ist nicht minder wichtig. Hier kommen die Rahmenbedingungen ins Spiel.

              Hat jemand das Glück, in einem der besten Stützpunkte des Landes mit den besten Trainern und Trainingspartnern üben zu können, ist das ein Vorteil gegenüber einem gleichermaßen talentierten Spieler, der diese Chance nicht hat. Dieser zunächst kleine Vorteil eröffnet ihm jedoch die Möglichkeit, den Abstand weiter zu vergrößern. Wenn er älter ist, spielt er dank des besseren Trainings und der zusätzlichen Spielpraxis tatsächlich besser. Damit erhält er wiederum neue Möglichkeiten, die den Abstand weiter vergrößern. So geht es immer weiter.

              Man spricht in diesem Zusammenhang vom „Matthäus-Effekt“, der besagt: „Denn wer hat, dem wird gegeben werden, und er wird in Fülle haben; wer aber nicht hat, dem wird auch, was er hat, genommen werden.“ Das heißt: Diejenigen, die das beste Training und die meiste Spielpraxis haben, bekommen mit großer Wahrscheinlichkeit weitere Möglichkeiten, die ihnen neue Erfolge verschaffen.

              Zusammenfassend kann man sagen, dass es weniger auf das Talent ankommt, als vielmehr auf die glückliche Verkettung von Umständen und harte Arbeit. Natürlich muss man bestimmte Fähigkeiten mitbringen, um als Tennisspieler erfolgreich sein zu können. Allerdings wird niemand als Überflieger geboren. Entscheidend ist die Aufopferungsbereitschaft und der Zufall. Da Profispieler ihre Blüte meist vor dem 30sten Lebensjahr erreichen, wäre die Zeit für einen heute 20-jährigen selbst unter den besten Trainingsbedingungen mMn zu kurz, um ein solch hohes Niveau zu erreichen, das ihm gestatten würde, vom Tennisspielen zu leben.
              1.Das ist nichts neues was du hier erzählst!
              2. Das Thema ist hier nicht einen 20 jährigen Freizeitspieler zum Profi zu machen, sondern davon wie weit er es bringen könnte. Übereinstimmige Meinung: DTB Herrenrangliste(so zwischen 400-700) ist drin, das ist vom Profi so weit weg wie Preussen Münster von Bayern München!

              Kommentar

              • derluecke
                Postmaster
                • 05.06.2009
                • 161

                #37
                Hallo, Hallo, Hallo,
                wir reden hier nicht über Profis!! Wir reden über einen LK14-Spieler, der professionelles Training bekommt. Das ist ein großer Unterschied.

                Aber wenn wir über Profis sprechen, dann kann ich von einem DTB-Trainer berichten, der Kiefer in der Kinder und Jugendzeit trainiert hat. Da gab es zwei Dinge, die ihn von anderen Talenten unterschieden. Zum einen sein Talent schnell neue Bewegungsmuster abrufen zu können und zum anderen seine Bereitschaft mehr zu trainieren als seine Kollegen. Wenn diese nach hause fuhren hat er noch Trainingseinheiten absolviert. Der Trainer war mein Ausbilder beim Trainerschein. Nur das ich nicht in den Verruf komme zu viel zu googeln.

                Mir ist auch nicht klar, warum Benedikt den spindoctor so angreift, das was er geschrieben hat, habe ich schon mehrfach gelesen, z.B. bei Frau Birkenbiehl, die sich mit dem Erlernen von Sprachen und Wissen auseinandersetzt.

                1 Milliarde Profis wird es ganz sicherlich nicht geben, weil von 1 Mrd Menschen 900 Millionen gar keinen Tennisschläger erwerben können. Von den restlichen 100 Mio. 99 Mio gar keinen Bock auf Tennis haben. Dann sind wir noch bei einer Mio. Hier fallen etwa 98 % aus, weil sie den Arsch nicht hoch kriegen und genügend andere Hobbies besitzen. Dann sind wir vlt. bei den Tennistalenten angelangt. Tja, hat das Talent vlt. das Glück in Ostfriesland zu wohnen, wo die Hallenstundee € 20,00 beträgt, das niedersächsisches Leistungszentrum Hannover 300 km weit weg ist. Etc. Dann haben die Eltern vlt. nicht genügend Zeit das talentierte Kind durch die Welt zu kutschen oder vlt. können sie es sich gar nicht leisten. Auf dem Lehrgang habe ich von einer Kollegin erfahren, wie viel Kohle sie in ihre beiden Jungs steckt, sie war bei knappen 10.000 Euro im Jahr. Ist ja nicht so, dass das Verbandstraining umsonst ist. Fördertraining auf Vereinsebene kostet auch extra Kohle.

                Talent ist beim Tennis der kleinste Faktor, ein 7jähriger Bengel, der bereit ist 3 Stunden täglich zu trainieren ist erheblich schwerer zu finden, als ein hochbegabtes Kind.
                Beides vereint, boar, dann hätten wir wahrscheinlich nur 50 Profis
                Zuletzt geändert von derluecke; 05.11.2010, 23:48. Grund: weil noch was fehlte

                Kommentar

                • Prostaff73
                  Experte
                  • 28.10.2007
                  • 755

                  #38
                  sehr interessantes Thema.
                  Ich glaube, dass man es auch in diesem für den Einstieg in Hochleistungssport schon recht hohen Alter von 20 Jahren noch zu etwas bringen kann. Ob allerdings LK 1 weiß ich nicht genau, aber bis LK 3 halte ich für realistisch, wobei ich bis dato noch nie die Gelegenheit gegen einen LK 1 Spieler anzutreten.
                  Zur anderen Debatte. Ich bin kein Bewegungstalent, habe aber in der Jugend im Sommer in der Zeit von 11-16 Jahren täglich 4 Stunden gespielt. Einige meiner damaligen Mannschaftskollegen, die das nicht gemacht haben, haben ich nich nach 2 Jahren klar dominiert. Ein anderer aber, gegen den ich 2-3 Jahre ausgeglichen spielte, hat sich danach derart verbessert, dass ich keine Chance mehr hatte.
                  Ist er jetzt ein Ausnahmetalent? Bin ich so bescheiden talentiert?
                  Ich weiß es nicht. Da es aber keine von uns zu mehr als Oberliga gebracht hat, ist die Frage auch unerheblich.
                  Noch ein Punkt auf die Ausgangsfrage:
                  Ich glaube, es gehört ein gewisses Bewegungstalent dazu, eine gewisse Klasse zu erreichen, um einfach mehr und vielleicht auch schnellere Bewegungen durchführen zu können. Lionel Messi kann z.B. mehr als 4x so viele Bewegungen "speichern" wie ein "normaler Mensch". Das ist sicher eine Gabe, aber ohne Förderung und Training wäre diese Fähigkeit nichts wert. In Vertrieblerkreisen sagt man schon lange. Der fleißige schlägt das Talent, und ich bin überzeugt, dass es hierzu etliche Untersuchungen gegeben hat, und wir das auch auf unseren Sport übertragen können.
                  Zu guter Letzt muss man nicht nur gewisse körperliche Voraussetzungen mitbringen (im Sinne von der Lernfähigkeit für Bewegungsmuster), als auch einen gesunden Körper haben. Ich z.B. mit meinem Beckenschiefstand und einer alles andere geraden Wirbelsäule wäre, selbst wenn ich Punkt 1 erreicht hätte, sicherlich nicht lange ein richtig erfolgreicher Spieler gewesen, da mein Körper dies nicht ausgehalten hätte.
                  Der dritte wichtige Punkt ist für mich die Psyche. Ich nenne hier nur Sebastian Deisler, als Extrembeispiel. Ich frage mich, wer von uns es durchgehalten hätte, jeden Tag wie ein verrückter zu trainieren, um dann z.B. in der zweiten Runde eines Future Turniers auszuscheiden und das über einen längeren Zeitraum. Die Turnierkategorie ist dabe völlig beliebig.
                  Obwohl für mich wohl nicht viel mehr als LK 10 gehen wird, würde ich es auch gerne mal wissen, wie sehr ich mich mit professionelem Training verbessern würde bzw. wie schnell es gehen würde noch einmal einen deutlichen und spürbaren Leistungsschub zu machen.
                  Viele Grüße
                  Prostaff73

                  Kommentar

                  • draganzebic

                    #39
                    das problem bei meinem schützling war ja auch das er wirklich dachte er könnte am besten spielen, alle anderen sind $%& und nur er versteht tennis wirklich. er hat ja als nummer 1 in serbien alle geschlagen immer, filip krajinovic und marko djokovic uswin münchen hat er immer den gulbis weggehauen...aber ich habe ihm immer sagen müssen das dies vergangenheit ist und er jetzt alle verliert wegen seiner arroganz. am schlimmsten war es in novi sad 2 serbien und in treier. in novi sad 1 hatte er in der ersten runde sehr sehr gut gespielt aber unglücklich gegen bjelica verloren in drei sätzen, er war etwas zu wild. beim zweiten future in novi sad ist er in der ersten qualyrunde gegen jotovski aus mazedonien rausgeflogen, er hat auf jeden ball draufgehauen und nur druff druff druff...wollte nichts umsetzen was ich sagte. in treier in der ersten runde gegen aaron trent verlor er in drei sätzen obwohl er haushoch führte und auf einmal ....AUS!! nichts ging mehr, er hatte den faden verloren keine konzentration usw...und der trent ist 41 jahre alt und trainer aus den usa! der konnte am ende des zweiten gar nicht mehr gegen da es heiss war und er halt etwas älter, aber miener ab dann nur druff druff druff!!! ich sprang hinter dem zaun herum und sagte nur reinspielen nur rein den ball....druff druff druff!!! da helfen auch keine gespräche mehr, ein sportpsychologe sagte nach einer beobachtung beim training das er nei so einen agressiven jungen mann gesehen hätte. am ende wollten unsere jungs im verein/academy auch garnicht mehr mit ihm trainieren und wir haben sehr gute..zb. jan choinski nummer 1 in deutschland bei u14.
                    das war für mich das zeichen zum schlussstrich, wer nicht hören will fliegt..ende, aus. ich befürchte das dem keiner helfen kann, alle anderen couches auf den futures haben nur mit dem kopf geschüttelt wenn sie ihn sich ansahen.

                    wie gesagt, decky hat ihn in serbien in novic sad(zweites future) gesehen und es treffend beschrieben.

                    Kommentar

                    • Decky
                      Forenjunky
                      • 01.04.2009
                      • 2000

                      #40
                      @ gagi zebic

                      Aus dem Grund spielt Deckys Junge einen U21 jetzt, um seinen Selbstbewustsein wieder zu erreichen den er schon mal hatte.
                      Leichte Siege ganz unten als Erstgesetzter machen wieder neue Kräfte frei für mehr.

                      Wenn aber einen 20 Jährigen die Niederlagen eine lange Zeit begleiten, ist vieleicht auch das machbare nicht machbar.

                      Alle Wege führen nach ROM , welcher ist der Richtige , weiß nur der der den Weg gemacht hat.
                      Problem ..... niemand kann den selben Weg des anderen nähmen.
                      Ist so !
                      Tennis Profi ist Leidenschaft

                      Kommentar

                      • Berni
                        Veteran
                        • 22.09.2008
                        • 1105

                        #41
                        Zitat von derluecke
                        Hallo, Hallo, Hallo,
                        wir reden hier nicht über Profis!! Wir reden über einen LK14-Spieler, der professionelles Training bekommt. Das ist ein großer Unterschied.


                        1 Milliarde Profis wird es ganz sicherlich nicht geben, weil von 1 Mrd Menschen 900 Millionen gar keinen Tennisschläger erwerben können. Von den restlichen 100 Mio. 99 Mio gar keinen Bock auf Tennis haben. Dann sind wir noch bei einer Mio. Hier fallen etwa 98 % aus, weil sie den Arsch nicht hoch kriegen und genügend andere Hobbies besitzen. Dann sind wir vlt. bei den Tennistalenten angelangt. Tja, hat das Talent vlt. das Glück in Ostfriesland zu wohnen, wo die Hallenstundee € 20,00 beträgt, das niedersächsisches Leistungszentrum Hannover 300 km weit weg ist. Etc. Dann haben die Eltern vlt. nicht genügend Zeit das talentierte Kind durch die Welt zu kutschen oder vlt. können sie es sich gar nicht leisten. Auf dem Lehrgang habe ich von einer Kollegin erfahren, wie viel Kohle sie in ihre beiden Jungs steckt, sie war bei knappen 10.000 Euro im Jahr. Ist ja nicht so, dass das Verbandstraining umsonst ist. Fördertraining auf Vereinsebene kostet auch extra Kohle.

                        Talent ist beim Tennis der kleinste Faktor, ein 7jähriger Bengel, der bereit ist 3 Stunden täglich zu trainieren ist erheblich schwerer zu finden, als ein hochbegabtes Kind.
                        Beides vereint, boar, dann hätten wir wahrscheinlich nur 50 Profis
                        Entscheidend ist sicher der Geldfaktor. Warum sehr sehr viel Geld und Zeit reinstecken, "nur" um LK 1 zu werden? Da sehen viele den Nutzen nicht.
                        Ist das die Quälerei wert? Viele sagen "NEIN".
                        Vom "Profi" rede ich gar nicht, wenn derzeit nur etwa vielleicht 50 Profis einigermassen flott von den Einnahmen leben können. Der Grossteil zahlt drauf, der eine mehr, der andere weniger.

                        Kommentar

                        • draganzebic

                          #42
                          decky schatzi,

                          mein ehemaliger spieler hat ja auch bei den 21ern nichts gerissen, in köln ist er in der 3 runde raus...auch nach einer haushohen führung. davor in mayen bei einem dtb in der dritten runde gegen einen 14jährigen der grippe hatte auch raus!!

                          natürlich wollten wir ihn mit "leichten" turnieren das selbstbewusstsein stärken, aber auch da versagte er kläglich!

                          und so einer wird kein profi...über 3 monate nur mist spielen ist schon ein hammer, obwohl wir jetzt einige indizien haben das er dies eventuell absichtlich gemacht hat da ihm das ganze training und die turnierreisen zuviel waren und er aber seinem vater nicht sagen wollte das er nicht mehr will und deshalb wirklich vorsätzlich schlecht spielte....pappa hat ja die kohle und pappa sollte man nicht verärgern, und wenn es nicht klappt sind die anderen schuld, natürlich...;o)
                          Zuletzt geändert von Gast; 08.11.2010, 11:04.

                          Kommentar

                          • votre
                            Insider
                            • 01.07.2007
                            • 396

                            #43
                            Ihr unterschlagt einen wichtigen aspekt- und zwar die genetik! Diese spielt eine große rolle,inwiefern man sich körperlich etc. Weiterentwickeln kann!

                            Kommentar

                            • hoeni
                              Experte
                              • 10.09.2007
                              • 560

                              #44
                              Wobei sich natürlich die Frage stellt, ab welchem Niveau die Genetik leistungslimitierend wirkt.
                              Klar, kaum jemand hat die nötigen Gene um 100m in ~10 Sekunden zu laufen oder nem Michael Phelps im Wasser Konkurrenz zu machen, aber ob Otto-Normal-LK14-Spieler, um den es hier geht, auf dem Weg zur LK 1-3 an seinen Genen scheitert, halte ich doch für zweifelhaft. Und auch unter den Top100 tummeln sich derart verschiedene Spielertypen mit unterschiedlichen körperlichen Vorraussetzungen, dass man drüber nachdenken darf, ob nicht in Wahrheit Wille und richtiges Training ausschlaggebend sind.

                              Zum Thema Genetik vs. Wille empfiehlt sich die Reihe "Im Körper der Topathleten" von arte, z.B. die Hochsprungfolge mit Donald Thomas und Stefan Holm, unter http://www.youtube.com/watch?v=FBgdsITpZe8 ff. Aber auch die Folgen mit Asafa Powell und Michael Phelps sind sensationell gut.

                              Kommentar

                              • Berni
                                Veteran
                                • 22.09.2008
                                • 1105

                                #45
                                Zitat von hoeni
                                Wobei sich natürlich die Frage stellt, ab welchem Niveau die Genetik leistungslimitierend wirkt.
                                Klar, kaum jemand hat die nötigen Gene um 100m in ~10 Sekunden zu laufen oder nem Michael Phelps im Wasser Konkurrenz zu machen, aber ob Otto-Normal-LK14-Spieler, um den es hier geht, auf dem Weg zur LK 1-3 an seinen Genen scheitert, halte ich doch für zweifelhaft. Und auch unter den Top100 tummeln sich derart verschiedene Spielertypen mit unterschiedlichen körperlichen Vorraussetzungen, dass man drüber nachdenken darf, ob nicht in Wahrheit Wille und richtiges Training ausschlaggebend sind.
                                Natürlich spielt das auch eine Rolle. Ein Spieler mit z.B. nur 1,65 m Körpergrösse wird sich sicher deutlich schwerer tun als einer mit "Normalgrösse".

                                Kommentar

                                Lädt...