Sehr interessante Diskussion. Ich gehöre zu denen, die meinen, dass es für einen Zwanzigjährigen zu spät ist, um das Projekt „Profi-Laufbahn“ zu starten. Seine Altersgenossen, die 10-15 Jahre früher angefangen haben, sind im Besitz eines zu großen Vorsprungs. Wissenschaftler sprechen davon, dass durchschnittlich 10,000 Stunden intensives Training notwendig sind, um ein solch hohes Maß an Kompetenz zu erlangen, das nötig ist, um ein Profi auf seinem Gebiet zu werden – egal, ob es sich um Komponisten, Basketballer, oder Tennisspieler handelt.
Malcolm Gladwell erzählt in seinem Bestseller „Überflieger“ von einer Studie, in der Violinisten einer Hochschule in 3 Gruppen eingeteilt wurden: Sehr gute Spieler, die das Potenzial zu Weltklasseformat hatten, gute Violinisten und mäßige, die vermutlich eher als Musiklehrer enden würden. Allen Studenten wurde dieselbe Frage gestellt: Von dem Tag, an dem Sie das erste Mal eine Geige in die Hand nahmen, bis zum heutigen Tag – wie viele Stunden haben Sie in dieser Zeit insgesamt etwa geübt?
Alle Befragten hatten etwa im gleichen Alter begonnen, nämlich mit 5 Jahren. Am Anfang übten alle in etwa die gleiche Zeit – 2 bis 3 Stunden in der Woche. Mit 8 Jahren ergaben sich erste Unterschiede: Jene Studenten, die heute zu den Besten zählten, übten intensiver als alle anderen. Sie spielten 6 Stunden, später 12 und 14 Stunden und steigerten sich solange, bis sie im Alter von 20 Jahren etwa 30 Stunden pro Woche übten. Mit 20 Jahren hatten die Besten Violinisten rund 10,000 Stunden geübt, die guten kamen auf durchschnittlich 8,000 Stunden, die künftigen Musiklehrer schafften hingegen nur 4,000 Stunden.
Das Besondere: Es fanden sich keine Naturtalente, die es mit weniger als 10,000 Stunden zu Exzellenz gebracht hätten. Und es gab auch keine „Arbeiter“, die mehr als 10,000 Stunden geübt hätten, ohne herausragende Fähigkeiten zu erlangen. Gladwell legt den Schluss nahe, dass die Besten sich von den Mäßigen lediglich darin unterscheiden, wie viel sie arbeiten.
Wie viel sind 10,000 Stunden? In etwa 4 Stunden pro Tag, 5 Tage die Woche, 10 Jahre lang. Da bei Tennisspielern die Regenerationsphasen nicht übergangen werden dürfen, ist es also unmöglich, in weniger als 10 Jahren Weltklasse-Format zu erreichen. Natürlich heißt das nicht, dass man nur lange genug Bälle schlagen muss, um vom Tennisspielen leben zu können. Die Frage danach WAS und WIE ich trainiere, ist nicht minder wichtig. Hier kommen die Rahmenbedingungen ins Spiel.
Hat jemand das Glück, in einem der besten Stützpunkte des Landes mit den besten Trainern und Trainingspartnern üben zu können, ist das ein Vorteil gegenüber einem gleichermaßen talentierten Spieler, der diese Chance nicht hat. Dieser zunächst kleine Vorteil eröffnet ihm jedoch die Möglichkeit, den Abstand weiter zu vergrößern. Wenn er älter ist, spielt er dank des besseren Trainings und der zusätzlichen Spielpraxis tatsächlich besser. Damit erhält er wiederum neue Möglichkeiten, die den Abstand weiter vergrößern. So geht es immer weiter.
Man spricht in diesem Zusammenhang vom „Matthäus-Effekt“, der besagt: „Denn wer hat, dem wird gegeben werden, und er wird in Fülle haben; wer aber nicht hat, dem wird auch, was er hat, genommen werden.“ Das heißt: Diejenigen, die das beste Training und die meiste Spielpraxis haben, bekommen mit großer Wahrscheinlichkeit weitere Möglichkeiten, die ihnen neue Erfolge verschaffen.
Zusammenfassend kann man sagen, dass es weniger auf das Talent ankommt, als vielmehr auf die glückliche Verkettung von Umständen und harte Arbeit. Natürlich muss man bestimmte Fähigkeiten mitbringen, um als Tennisspieler erfolgreich sein zu können. Allerdings wird niemand als Überflieger geboren. Entscheidend ist die Aufopferungsbereitschaft und der Zufall. Da Profispieler ihre Blüte meist vor dem 30sten Lebensjahr erreichen, wäre die Zeit für einen heute 20-jährigen selbst unter den besten Trainingsbedingungen mMn zu kurz, um ein solch hohes Niveau zu erreichen, das ihm gestatten würde, vom Tennisspielen zu leben.
Malcolm Gladwell erzählt in seinem Bestseller „Überflieger“ von einer Studie, in der Violinisten einer Hochschule in 3 Gruppen eingeteilt wurden: Sehr gute Spieler, die das Potenzial zu Weltklasseformat hatten, gute Violinisten und mäßige, die vermutlich eher als Musiklehrer enden würden. Allen Studenten wurde dieselbe Frage gestellt: Von dem Tag, an dem Sie das erste Mal eine Geige in die Hand nahmen, bis zum heutigen Tag – wie viele Stunden haben Sie in dieser Zeit insgesamt etwa geübt?
Alle Befragten hatten etwa im gleichen Alter begonnen, nämlich mit 5 Jahren. Am Anfang übten alle in etwa die gleiche Zeit – 2 bis 3 Stunden in der Woche. Mit 8 Jahren ergaben sich erste Unterschiede: Jene Studenten, die heute zu den Besten zählten, übten intensiver als alle anderen. Sie spielten 6 Stunden, später 12 und 14 Stunden und steigerten sich solange, bis sie im Alter von 20 Jahren etwa 30 Stunden pro Woche übten. Mit 20 Jahren hatten die Besten Violinisten rund 10,000 Stunden geübt, die guten kamen auf durchschnittlich 8,000 Stunden, die künftigen Musiklehrer schafften hingegen nur 4,000 Stunden.
Das Besondere: Es fanden sich keine Naturtalente, die es mit weniger als 10,000 Stunden zu Exzellenz gebracht hätten. Und es gab auch keine „Arbeiter“, die mehr als 10,000 Stunden geübt hätten, ohne herausragende Fähigkeiten zu erlangen. Gladwell legt den Schluss nahe, dass die Besten sich von den Mäßigen lediglich darin unterscheiden, wie viel sie arbeiten.
Wie viel sind 10,000 Stunden? In etwa 4 Stunden pro Tag, 5 Tage die Woche, 10 Jahre lang. Da bei Tennisspielern die Regenerationsphasen nicht übergangen werden dürfen, ist es also unmöglich, in weniger als 10 Jahren Weltklasse-Format zu erreichen. Natürlich heißt das nicht, dass man nur lange genug Bälle schlagen muss, um vom Tennisspielen leben zu können. Die Frage danach WAS und WIE ich trainiere, ist nicht minder wichtig. Hier kommen die Rahmenbedingungen ins Spiel.
Hat jemand das Glück, in einem der besten Stützpunkte des Landes mit den besten Trainern und Trainingspartnern üben zu können, ist das ein Vorteil gegenüber einem gleichermaßen talentierten Spieler, der diese Chance nicht hat. Dieser zunächst kleine Vorteil eröffnet ihm jedoch die Möglichkeit, den Abstand weiter zu vergrößern. Wenn er älter ist, spielt er dank des besseren Trainings und der zusätzlichen Spielpraxis tatsächlich besser. Damit erhält er wiederum neue Möglichkeiten, die den Abstand weiter vergrößern. So geht es immer weiter.
Man spricht in diesem Zusammenhang vom „Matthäus-Effekt“, der besagt: „Denn wer hat, dem wird gegeben werden, und er wird in Fülle haben; wer aber nicht hat, dem wird auch, was er hat, genommen werden.“ Das heißt: Diejenigen, die das beste Training und die meiste Spielpraxis haben, bekommen mit großer Wahrscheinlichkeit weitere Möglichkeiten, die ihnen neue Erfolge verschaffen.
Zusammenfassend kann man sagen, dass es weniger auf das Talent ankommt, als vielmehr auf die glückliche Verkettung von Umständen und harte Arbeit. Natürlich muss man bestimmte Fähigkeiten mitbringen, um als Tennisspieler erfolgreich sein zu können. Allerdings wird niemand als Überflieger geboren. Entscheidend ist die Aufopferungsbereitschaft und der Zufall. Da Profispieler ihre Blüte meist vor dem 30sten Lebensjahr erreichen, wäre die Zeit für einen heute 20-jährigen selbst unter den besten Trainingsbedingungen mMn zu kurz, um ein solch hohes Niveau zu erreichen, das ihm gestatten würde, vom Tennisspielen zu leben.
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